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08.11.2010

Facility Management 06/2010

Kategorie: Fachpresseartikel

Ganzheitlich denken - nachhaltig agieren

Energiemanagement – dieser Begriff, nicht immer eindeutig definiert, aber zunehmend in aller Munde, deckt ein umfassendes Leistungsspektrum ab. Gemanagt werden Energiedienstleistungen, Energieoptimierung, Verbrauchserfassung und vieles mehr, sowohl für den privaten als auch den industriellen und gewerblichen Anwender.

Zunächst einmal gilt: Wenn es um die Entwicklung eines effizienzorientierten Energiemanage­­­ments im Unternehmen geht, ist Europa nicht weit. Bei der EU-Richtlinie "Endenergieeffizienz und Energiedienstleistungen", auch bekannt als Energiedienstleistungsrichtlinie (EDL-RL), aus dem Jahr 2006 laufen alle Fäden zusammen. Ziel der EDL-RL ist es, durch Energiedienstleistungen und -effizienzmaß­nah­men auf der Nachfrageseite Endenergie in allen Verbrauchssektoren einzusparen.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hat Ende März 2010 den Entwurf des Gesetzes über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen (EDL-G) zur Umsetzung der EDL-RL vorgelegt. Damit ist der Weg für einen gesetzlich verankerten Energiedienstleistungsmarkt in Deutschland geebnet.

Im August 2009 trat europaweit die DIN EN 16001 in Kraft. Sie beschreibt die Anforderungen an das Energiemanagement eines Unternehmens. Auf Grundlage der DIN EN16001 lässt sich ein betriebliches Energiema­nage­ment bereits heute ein- und durchführen – nach der PDCA-Formel:

Plan - Definieren der energiepolitischen Unternehmensziele
Do - Einführen von Prozessen
Check - Überwachen und Messen, um die festgelegten energiepolitischen Ziele in strategischer und operativer Hinsicht zu erreichen und die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen
Act - Ergreifen von Maßnahmen, damit die Leistung des Energiemanagementsystems kontinuierlich verbessert wird.

Durch die Kopplung an ein Energiema­nage­mentsystem sollen Unternehmen in Zukunft mit Begüns­tigungen bei der Energie- und Stromsteuer rechnen können.

Planen und Analysieren

Bevor es darum geht, ein Energiemanagement zu implementieren, ist es notwendig, das Kunden­unter­nehmen zu analysieren. Hierbei nehmen die für das Facility Management Verantwortlichen nicht nur die technische Vor-Ort-Situa­tion im Hinblick auf Netzanschlüsse und Elektroinstallation unter die Lupe, sondern auch das Energieverhalten und -bewusstsein des Unternehmens. Sie müssen sämtliche unternehmenseigenen Energieaspekte ermitteln, z. B.

  • früherer und aktueller Energieverbrauch auf Basis von Messungen und anderen Daten
  • kritische Bereiche mit erheblichem Energieverbrauch
  • Prognosen
  • organisatorische "Treiber"
  • Energieeffizienzpotenziale.

Ziel einer solchen Analyse ist es, Datentransparenz als Grundlage für eine verlässliche Planung zu schaffen. Um ein Energieprogramm auszugestalten, müssen die energiepolitischen Ziele definiert werden. Inhalt des Programms kann das schrittweise Umstellen der Ent­nah­m­e­stel­len des Kunden auf eine Ökostromversorgung sein. Einer der größten Personaldienstleister weltweit, der auch in Deutschland mit rund 400 Standorten vertreten ist, nimmt diese Service­leistung in Anspruch. Eben­­so denkbar ist der Einbau von Referenzmessungen bei sämtlichen Entnahme­stellen des Unternehmens bzw. bei beson­ders energieintensiven Verbrauchern, einschließlich der online abrufbaren Verbräuche.

"Wichtig ist, die Unternehmen beim Planen eines Energie­manage­ments zu unterstützen", so Rudolf Laubinger, Geschäftsführer der Ensys Solu­tions GmbH. "Besondere Schwerpunkte unserer Beratung liegen darin, im Rahmen der Analyse ein Energieaudit durchzuführen und die Energiepolitik im Hinblick auf strategische und operative Energieziele zu gestalten."

Umsetzen und betreiben

Um ein Energiemanagementsystem zu betreiben, müssen zunächst die personellen und technischen Ressour­­cen sichergestellt werden. Hierbei ist es von Vorteil, einen Energie­manager im Unternehmen einzusetzen. Ein Energiemanagementsystem zu realisieren bedeutet vor allem eines: Das zum Erreichen der energiepolitischen Unternehmensziele aufgestellte Ener­giepro­gramm konsequent "abzuarbeiten". Geht es darum, das Programm zu realisieren, setzt die Ensys-Gruppe sowohl auf die eigene Expertise als auch auf Partnerunternehmen.

Messen und überwachen

"Energiemanagement im Unternehmen zu betreiben, bedeutet für uns zugleich, die Mit­arbeiter in die Lage versetzen, das Thema 'Energie' unter Effizienzaspekten zu sehen und zu steuern", führt Rudolf Laubinger weiter aus. Gerade hinsichtlich des Erreichens eines solchen Bewusstseins ist das Messen und Überwachen des Energiemanagementsystems ein wichtiger Baustein des Systems selbst. Dabei geht es nicht nur darum, die Verbräuche zu messen, sondern vor allem auch darum, den Grad, inwieweit die energiepolitischen Ziele erreicht worden sind, zu quantifizieren.

Hierfür ist wiederum die Dokumentation der online abrufbaren Messergebnisse we­sent­lich. Denn auch mit Hilfe dieser Daten ist es möglich zu überwachen, ob und wie das aus der Energiepolitik des Unternehmens abgeleitete Energiepro­­gramm eingehalten wird und wie es sich auf die Energiekosten auswirkt. Diese Kontrolle ist eine Kernaufgabe des funktionierenden Energiemanagements. Sie enthält zum Beispiel auch die Leistungen, die der Energiedienstleister für ein großes Handelsunternehmen erbringt, das in Deutschland mehr als 1.000 Lieferstellen unterhält. Hier klärt Ensys selbstständig Inkonsistenzen und Unplausibilitäten der vom Netzbetreiber übersandten Daten und prüft zudem den Kosteneffekt bei der Umstellung von Standardlastprofil- auf Lastgangzähler.

Prüfen und weiterentwickeln

"Letztlich lebt ein Energiemanagement von der ständigen Weiterentwicklung", weiß Laubinger aus seiner Praxis. Denn je länger das System eingesetzt wird, desto mehr Lehren können daraus für die Zukunft gezogen werden. Dies bedeutet im Alltag, das Energiemanagementsystem im Hin­blick auf die energetische Gesamtleistung ständig zu überprüfen. Auf Basis dieser Ergebnisse ist das jährliche Energieprogramm zu überarbeiten und zu aktualisieren, was auch zur Neuausrichtung der Energiepolitik des Unternehmens führen kann.

"Wir entwickeln mit unseren Kunden ein auf ihr Unternehmen abgestimmtes Energiemanagement auf Basis der DIN EN 16001. Es empfiehlt sich, schon frühzeitig an die Zertifizierungsmöglichkeit beim Einrichten des Energiemanage­ments zu denken", so Laubinger. Bereits mit überschaubarem Aufwand praktizierte Lösungen sind erste Etappen in Richtung eines umfänglichen Energiemanagements, das letzten Endes zwei Ziele hat: Mit den Energieressourcen schonend umzugehen und Energiekosten zu senken. 

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